Schneider, Manfred <S248>:
Pfarrkirchen in den Städten des Hansischen Raumes - Eine thematische
Einführung (9-12).
Parish churches in the towns of the Hanseatic area - A thematic introduction.
Zusammenfassung
Die großen Kirchen in den Städten des Hanseraumes waren über die
Jahrhunderte und sind auch heute noch allseits präsent. Sie bestimmen, wie z.B.
in Lübeck, Wismar oder Stralsund, eindrucksvoll das Stadtbild, ohne sie wäre
hier ein Welterbestatus nie erreicht worden. In vielen Städten sind die Kirchen
und z.T. die Rathäuser die einzigen Großbauten, die noch heute nach über 700
Jahren kontinuierlich ihrer alten Funktion und Zweckbestimmung als
Gottesdienstraum der jeweiligen Pfarrgemeinde dienen. Die Kirchen - als Gebäude
und als Institution - sind aktiver Bestandteil eines Stadtorganismus. Häufig
sind sie nach Zerstörungen die einzigen sichtbaren Zeugen einer
jahrhundertelangen Geschichte eines Ortes überhaupt. Kirchen gehören in einer
Stadt mit dem Markt, ggf. einem Hafen, den Verkehrswegen, ggf. einer Burg und
Befestigung zu der Erstausstattung eines städtischen Anwesens. Sie sind daher
archäologische, historische, theologische und kulturgeschichtliche Quellen
ersten Ranges.
In ihren heutigen Bauten und ihren Bodendenkmalen der Vorgängerbauten sowie
ihrer Ausstattung dokumentiert sich die Kulturgeschichte einer Stadt an einem
zentralen Brennpunkt. Im Mittelalter bildeten die Pfarrkirchen in den Städten den
zentralen öffentlichen Raum. Vor allem in den reichen Seehandelsstädten
entwickelten sich Bauwerke, die zur Spitzenleistung der europäischen
Architekturgeschichte zählen. Sie stellen sich damit selbstbewusst neben die
Kathedralen der Bischöfe und Bauten der adligen Landesherren und reichen
Klöster.
Trotz einer großen Vielfalt weisen die Bauten eine Fülle kunsthistorischer,
funktionaler und bau-archäologischer Gemeinsamkeiten auf, die eine enge
kulturgeschichtliche Verflechtung belegen. Dies zu diskutieren und dokumentieren
war ein Ziel des Stralsunder Kolloquiums und der vorliegenden Publikation.
Abstract
The large churches in towns of the hanseatic region have been present
everywhere throughout the centuries, and they still are. They determine the
cityscape strikingly, as towns like Lübeck, Wismar or Stralsund illustrate;
without them the cities would never have achieved world heritage status. In many
towns the churches, and to some extent the town halls as well, are the only
grand building complexes that still, after 700 years of continuous use, serve
their original function as church service rooms of the particular parish. The
churches, as buildings and as institutions, are an active part of the cities’
organism. In many cases they are the only visible witness of the history of a
town over the centuries after destruction. In a town, churches along with a
market place, where applicable a harbour, the infrastructure, if applicable a
castle and its fortification, belong to the first setting of an urban settlement.
Therefore they are archaeological, historical, theological and cultural
historical resources of first degree.
Nowadays, their buildings and memorials of prior building complexes as well as
their setting document the cultural history of a town with a central focus.
During the Middle Ages parish churches formed the public town centre.
Particularly, the rich seafaring towns developed buildings belonging to the
outstanding achievement of European history in architecture. For this reason
they confidently stand beside cathedrals and buildings of aristocratic noblemen
and rich monasteries.
Despite their great variety, the buildings offer abundant art-historical,
functional and edificial archaeological similarities confirming their close
cultural historic mergence. To discuss and document this was the purpose of the
Stralsund Colloquium and of this volume.
Gläser
, Manfred <G111>:
Die Kirchen von Alt-Lübeck (13-19).
The churches of Old Lübeck.
Zusammenfassung
Schriftliche Quellen berichten, dass die mehrteilige slawische
Fürstenresidenz Alt Lübeck im frühen 12. Jh. Zentrum eines Reiches war, das
sich von der Kieler Bucht bis an die Oder erstreckte. Die ersten Ausgrabungen
fanden bereits 1852 statt und führten zur Entdeckung des Fundaments einer
Steinkirche sowie slawischer Bestattungen mit spektakulären Goldfunden [vier
Schläfenringe, Fingerring - Thebal-Cuttani-Ring]. Das war der Ausgangspunkt
für viele Grabungskampagnen im 19. und 20. Jh., die vor allem
siedlungsgeschichtlichen Fragestellungen galten. Jüngere Untersuchungen
ergaben weitere Goldfunde und vor allem den Nachweis einer älteren Holzkirche
mit kreuzförmigem Grundriss unter dem Steinfundament. Die Datierung beider
Kirchen ist aber immer noch umstritten.
Abstract
From the written sources we know that the Slavonic seat of Alt-Lübeck in the
early 12th century was the centre of an empire extending from the Kiel bay
to the Oder river. First excavations in 1852 documented a stone built church and
some Slavonic graves with golden burial goods. In the subsequent period some
excavations were conducted focussing on settlement historical aspects. More
recent excavations provided further golden finds and above all the proof for an
earlier wooden church with a cross shaped ground plan. Dating of the wooden
church and the younger stone built phase are still a matter of discussion.
Biermann, Felix <B127>:
Die Kirchen des Bischofs Otto von Bamberg in Pommern -
Ein Beitrag zur Frühgeschichte der Kirche St. Paul in Usedom und
zur Lage der missionszeitlichen Sakralbauten im Odermündungsgebiet (21-38).
Bishop Otto von Bamberg’s churches in Pomerania -
A contribution on the early history of the church of St. Paul on Usedom and
on the
location of sacred buildings around the Oder estuary at the time of the
missionaries.
Zusammenfassung
Dieser Artikel handelt von den mindestens 14 Kirchen, die Bischof Otto von
Bamberg bei seinen Missionsreisen 1124 / 1125 und 1128 in Pommern gegründet
hat. Obgleich keine dieser Kirchen archäologisch erforscht, geschweige denn bis
heute erhalten ist, liefern archäologische und historische Untersuchungen
etliche Informationen über die Lage dieser Sakralbauten und ihre Position in
den jeweiligen Burg-Siedlungskomplexen bzw. Burgstädten. Auch ihr Verhältnis
zu älteren heidnischen Kultplätzen kann in manchen Fällen aufgehellt werden.
Ausgangspunkt der Studien ist dabei die auf Veranlassung Ottos in der Burgstadt
Usedom gegründete Kirche. Zu den Resultaten gehört, dass viele Kirchen Ottos
nicht in den Burgen, sondern an exponierten Stellen in den suburbialen
Marktsiedlungen oder an wichtigen Wegen entstanden, und dass sie häufig eine
bemerkenswert lange kultörtliche Tradition begründeten.
Abstract
This article deals with the at least 14 churches bishop Otto von Bamberg
founded during his mission journeys 1124 / 1125 and 1128 in Pomerania. No church
has been preserved or excavated, however, archaeological and historical studies
deliver some information about the position of these sacral buildings in the
castle towns. Even the relation of the churches to the former pagan sanctuaries
becomes clearer sometimes. The church Otto erected in the castle town of Usedom
is the starting point of the studies. One of the results is that many of Otto's
churches were founded not in the strongholds, but in the suburbial market
settlements or at important streets. Another result is the long cultic tradition
which was established by some of the missionary's churches.
A. Ottos Kirchengründung in Usedom (22-23)
B. Die Usedomer St. Pauli-Kirche und der Friedhof in der Priesterstraße
(23-25)
C. Kirchengründungen Bischof Ottos in Pommern (26-30)
- Gridiz / Gradicia
- Kirche, dem heiligen Nikolaus gewidmet [?]
- Belgard / Polen
- Pyritz
- Kammin [?], Gde. Gützkow, Lkr. Ostvorpommern
- Wolgast, Lkr. Ostvorpommern
- Gützkow, Lkr. Ostvorpommern
- Cloden [Clodona], heute Klätkow an der Rega /
Polen
- Kirche zum Heiligen Kreuz
- Kolberg / Polen
- Wollin / Polen
- Adalbert-Georg-Kirche [Adalbert-Wenzel-Kirche]
- Michaelskirche
- Stettin / Polen
- Adalbertskirche
- Peter-Paulskirche [St. Petri-Kirche]
D. Ergebnis (30-33)
E. Anmerkungen (33-35)
F. Quellen und Literatur (35-37)
G. Zusammenfassung / Abstract (38)
Rimpel
, Barbara <R134>:
Zum Verhältnis von Kirchenbau und Stadttopographie am Beispiel der
Hansestädte Greifswald und Stralsund im 13./14. Jahrhundert (39-54).
On the relationship of church building and town topography, with the
13th/14th century Hanseatic towns of Greifswald and Stralsund as examples.
Zusammenfassung
Die gitterähnlichen Stadtgrundrisse, die ähnliche topographische Lage und
Gründungsgeschichte sowie die charakteristische Backsteinbauweise zeichnen die
Hafenstädte Lübeck, Wismar, Rostock und Stralsund als „Städtefamilie“
aus. Exemplarisch werden die mittelalterliche Stadtgestalt Greifswalds und
Stralsunds vorgestellt. Die Stadtgrundrisse, deren Straßenzüge sich seit dem
13./14. Jh. größtenteils erhalten haben, sowie die ältesten Katasterpläne
bilden wesentliche Grundlagen der Untersuchung. Es zeigte sich eine Ausrichtung
von Hauptstraßen - oft zwischen Hafen, Stadttor und Markt - auf die Kirchen und
das Rathaus, so dass von einer auf die jeweilige Gesamtstadt bezogenen
Gestaltungsabsicht auszugehen ist. Schon in den ersten Stadtentwicklungsphasen
hat dies zur Ausbildung signifikanter Blickachsen zwischen den Kirchbauten, zu
deren funktionaler und bildlicher Verknüpfung innerhalb der Stadt geführt.
Häufig treten somit maßgebliche Architekturdetails [Portale, Vorhallen, Chor,
Turm] in den Blick, die einen repräsentativen und bildhaften Rahmen für
Rituale und Liturgien wie Prozessionen, Empfänge oder Ratswahlen absteckten und
den Stadtraum der Hansestädte als Gesamtanlage bis heute erlebbar machen.
Abstract
The port cities of Lübeck, Wismar, Rostock and Stralsund can be considered a
family on the basis of their grid-like street layout, similar topography and
historical roots and the characteristic medieval redbrick architecture. They are
presented here by an examination of the medieval composition of Greifswald and
Stralsund. The analysis focuses on the city layouts, much of whose street
arrangements have remained unchanged since the 13th and 14th centuries, and the
earliest cadastral maps available. They featured a coordinated alignment of main
roads - often between the harbour, city gates and central marketplace - to the
churches and the town hall, implying the existence of an overall plan for the
town. In the very first phases of municipal development, this saw the formation
of distinct lines of sight between the churches and resulted in their functional
and visual interconnection within the city. As such, there exists a frequency of
defining architectural features [portals, vestibules, choir, tower] that marked
out a symbolic and visual setting for municipal and religious events such as
processions or council elections; these elements ensure that the overall
planning concepts behind the layout of the Hanseatic cities survived until today.
A. Die Grundlagen (39-40)
- Katasterplan von Greifswald, 1707
- Schwedische Stadtmatrikel von Stralsund, 1706 / 1708
- Federzeichnung von Johannes Staude, 1647
B. Zum Stralsunder Stadtgrundriss (40-42)
C. Zum Greifswalder Stadtgrundriss (42-43)
D. Die Blickachsen (43-50)
- Nikolaikirche Greifswald
- Nikolaikirche Stralsund
- Marienkirche Stralsund
- Marienkirche Greifswald
E. Anmerkungen (50-52)
F. Literatur (52-54)
G. Zusammenfassung / Abstract (54)
Pelc
, Ortwin <P143>:
Die Sakraltopographie der Seestädte im wendischen Quartier der Hanse
(55-69).
The ecclesiastical topography of seaside towns in the Wendish Circle of the
Hanseatic League.
Zusammenfassung
Von den etwa 90 Städten im wendischen Quartier der Hanse, also im Raum
zwischen der Unterelbe und Vorpommern, besaßen 14 während des Mittelalters
mehr als eine Pfarrkirche. In der Sakraltopographie von wesentlich mehr Städten
gab es allerdings weitere geistliche Einrichtungen wie Klöster und Kapellen.
Die großen Seestädte dieses Raumes besaßen alle mehr als zwei Pfarrkirchen,
Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der sakraltopographischen Entwicklung sind
hier festzustellen. So wuchsen die Städte in der Regel aus mehreren
Siedlungskernen mit eigenen Kirchen innerhalb weniger Jahrzehnte zusammen,
insbesondere im 12. und 13. Jh. Dabei wird die Intensivierung des Handels im
Ostseeraum und das Bevölkerungswachstum im Zuge der deutschen Ostsiedlung des
Mittelalters deutlich. Während die kirchliche Entwicklung Hamburgs von der
ersten Kirchengründung im 9. Jh. bis ins 12. Jh. weitgehend stagnierte,
verzeichnete sie in den neu gegründeten deutschrechtlichen Städten Lübeck,
Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald ein rasches Wachstum bis zum Ende des
13. Jhs. Nur in Ausnahmefällen entstanden danach in den Städten weitere
geistliche Institutionen.
Abstract
There were about 90 towns in the region between the lower Elbe and Pomerania
but only 14 had more then one parish church. Quite more towns had additional
sacral institutions like monasteries and chapels. The important seaports in this
region had more then two churches and here you can realize differences and
things in common in the sacral-topographic development. Usually the towns grew
together within a few decades from several settlements with an own church,
especially in the 12th and 13th century. In this process the intensification of
trade in the Baltic and the increase of population in the course of the German
eastern expansion are becoming clear. While the ecclesiastical development in
Hamburg stagnated from the first founding of a church in the 9th century to the
12th century, it noted a fast growth in the newly founded towns of Lübeck,
Wismar, Rostock, Stralsund and Greifswald until the 13th century. Afterwards
further clerical institutions were seldom founded in these towns.
Igel
, Karsten <I015>:
Kirchen im Greifswalder Stadt-Raum (71-87).
Churches within the town of Greifswald.
Zusammenfassung
Der städtische Raum des spätmittelalterlichen Greifswald wurde in seiner
sakralen Ausstattung neben den drei Pfarrkirchen, St. Jakobi, St. Marien und St.
Nikolai, von den Klöstern der Dominikaner und Franziskaner sowie den
Hospitalskapellen zum Alten und zum Neuen Heiliggeist, St. Georg und St. Gertrud
geprägt, die letzten drei allerdings vor den Toren der Stadt gelegen. Die
erhaltenen schriftlichen und dinglichen Quellen erlauben allerdings nur für die
Pfarrkirchen eine eingehende Untersuchung für die städtische Gesellschaft. Bei
den Stiftungen nahm St. Nikolai eine hervorragende Stellung unter den drei
Pfarrkirchen ein, allerdings besaß St. Marien für die Ratsfamilien eine
durchaus vergleichbare Bedeutung, was sich auch im Blick auf die erhaltenen
Grabplatten der Kirchen zeigt. Schließlich war St. Marien Pfarrkirche der
Mehrzahl der Ratsfamilien, zumal der führenden unter diesen, die aber auch
häufig zusätzlich in St. Nikolai Stiftungen einrichteten. St. Jakobi stand
dagegen weit zurück, war aber für eine einzelne der Rats- und
Bürgermeisterfamilien der zentrale Stiftungs- und Bestattungsort.
Abstract
The urban space of late medieval Greifswald was in its sacral aspect shaped
by the three parish churches of St. James, St. Mary and St. Nicholas, the
monasteries of the Dominican and the Franciscan Orders and finally by the
chapels of the four hospitals: Old Holy Spirit, New Holy Spirit, St. George and
St. Gertrud - the last three situated outside the town walls. The surviving
written and real sources do only allow a detailed study of the three parish
churches in their relations to the urban society. Looking at the religious
foundations St. Nicholas obtained an outstanding position within the town, but
focussing only on the foundations of the councillors and their families St. Mary
was of almost equal importance. An importance that is also being stressed by the
surviving gravestones in both churches. After all St. Mary was the parish church
of the majority of the councillors, especially of the leading
councillor-families. Those families usually founded their religious memory as
well in St. Mary as in St. Nicholas. Far less important was St. James, but one
of the leading councillor-families focused their religious memory on this church
and used it as place for their burials.
A. Räumliche Strukturen und öffentliche Funktionen (73-75)
B. Bestattungen und Stiftungen in den Greifswalder Pfarrkirchen (75)
- Bestattungen (75-77)
- Stiftungen (77-81)
- Stiftungen in den Hospitalskapellen (81-82)
- Stiftungen zugunsten Greifswalder Kirchen im Vergleich zu Lübeck
und Stralsund (82-84)
C. Anmerkungen (84-85)
D. Literatur (85-86)
E. Zusammenfassung / Abstract (87)
König
, Heidrun <K230>:
St. Jakobi in Stralsund, ein spätes Jakobus-Patrozinium (89-100).
St Jakobi in Stralsund, a late dedication to St. James.
Zusammenfassung
St. Jakobi jünger als St. Nikolai - das ist ein auffälliges Merkmal der
Stralsunder Sakraltopographie, nachdem die Ausbreitung des Jakobspatroziniums
dem Wiederaufleben St. Nikolai gut 200 Jahre vorausging. Der Beitrag versucht
eine Erklärung der Stralsunder Situation, indem er zunächst den
geschichtlichen Patrozinienkontext aufgreift und das Jakobspatrozinium dazu in
Bezug setzt. Dabei wird die politische Dimension des Jakobuskults beleuchtet,
der in einer ersten Rezeptionsphase im Ostseeraum Züge militärisch
vorangetragener Mission angenommen hat, jedoch in der zweiten eine heils- und
wirtschaftspolitische Komponente aufweist.
Ein weiteres Augenmerk richtet sich auf das religiöse Bewusstsein der Zeit,
das sich im wirtschaftlichen Kontext des florierenden hansischen Etappenhandels
u.a. in dieser Patroziniums-Option niederschlägt. Die Option für das
Jakobus-Patrozinium in Stralsund, das ein typisches Kirchenstruktur-Patronat
ablöst, ist zugleich Ausdruck einer gesellschaftlichen Identität und gilt
schließlich auch als Indiz für einen demographischen Wandel im Vollzug.
Abstract
St. James younger than St. Nicolas - that is a remarkable characteristic of
the church topography of Stralsund, since the propagation of St. James
dedication preceded the Patronage revival of St. Nicolas approx. 200 years. This
contribution tries to explain the situation in Stralsund, by setting the St.
James dedication into the historical patronage context. Then, the political
dimension of the cult of St. James is focused on: in the first reception phase
in the Baltic, the cult showed the profile of militarily carried out mission,
whereas in a second reception phase, it was salvation oriented and also had
economic components.
Further on, the religious consciousness of the epoch is treated, which in the
context of booming hanseatic stage trade leads to this dedication option. The
option for the St. James patronage in Stralsund, replacing a typical church
structure dedication, is as well expression of a corporate identity and applies
as evidence of demographical change.
A. Der geschichtliche Patrozinienkontext (89-92)
B. Die politische Dimension vom Jakobuskult (92-94)
C. Religiöses Bewusstsein (94-95)
D. Das Jakobus-Patrozinium in Stralsund (95-96)
E. Fazit (96-97)
F. Anmerkungen (97-99)
G. Zusammenfassung / Abstract (99-100)
Weitzel
, Sabine-Maria <W156>:
Die mittelalterliche Ausstattung von St. Nikolai in Stralsund -
Überlegungen zur Funktion, Bedeutung und Nutzung einer hansestädtischen
Pfarrkirche (101-111).
The medieval furnishings of St. Nikolai in Stralsund -
Thoughts on function, significance and use of a Hanseatic parish church.
Zusammenfassung
Im Mittelpunkt der Untersuchung über den mittelalterlichen Kirchenraum der
Stralsunder Nikolaikirche [1270-1360 erbaut] steht die wechselseitige Einbindung
der Ausstattung in die Liturgie. Trotz des Bildersturms von 1525 sind
vorreformatorische Bildwerke, Wandmalereien, spätgotische Flügelaltarretabel
und die Chorschranken erhalten - überwiegend in situ. So ist heute noch anhand
der an den Pfeilern plazierten Altarstandorte mit ihrem dazugehörigen Gestühl
erfahrbar, dass der Kirchenraum über die architektonische Disposition hinaus
durch die Ausstattung in mehrere Teilräume gegliedert ist. Entsprechend der
sich differenzierenden Liturgie wird der Gesamtraum untergliedert: Hochchor mit
Hochaltar, Mittelschiff mit Kreuzaltar, die Einsatzkapellen und Choranbauten als
Privatkapellen, die von den Kaufmannsgesellschaften und Handwerksämtern
gestifteten Nebenaltäre und die mit verehrten Bildern verbundenen Devotionsorte
[z.B. Stuckbild der Anna Selbdritt]. Dies sollte nicht als
Auflösungserscheinung des Kirchenraums interpretiert werden, sondern, wie die
Feier der Stundengebete zeigt, sind zentralisierende Tendenzen im täglichen
liturgischen Geschehen zu konstatieren, was sich auch in der besonderen Betonung
des Chores widerspiegelt.
Abstract
The architecture of St. Nicholas´ church and the neighbouring town hall [built
in the 13th century] in the former Hanseatic town of Stralsund is one of the
well-known ensembles of brick-built architecture in North Germany. Based on new
scientific results [Huyer 2005] we now know that St. Nicholas´ church of
Stralsund [built shortly before 1270 until 1360] was the first to follow the
ground plan of the dome in Lübeck [construction began in 1266], which adapted
French Gothic church architecture with its ambulatory and radiating chapels.
Therefore research has to recognize that St. Mary´ s church in Lübeck [start
of construction in 1270] along with St. Nicholas´ church in Stralsund
transferred this new type into the brick-built Gothic Style.
The current project analyses the mutual integration of the church interior
into the liturgy. Despite the iconoclasm during the reformation, mediaeval
images, mural painting, gothic winged altarpieces, and gothic choir screens are
preserved in their original place. The architectural environment itself was
formed from distinct spatial compartments: chancel with high altar, nave with
rood altar, side chapels [mostly owned by families]. In addition, the church
interior was structured into many different compartments by furnishings such as
the side altars with stalls, which were founded by guilds and were mostly placed
on pillars. The division into individual parts corresponded to the
differentiation of the liturgy. However, this should not be regarded as
disaggregation, since the church was not only characterized by special masses of
individuals but also by liturgy forms such as the divine office [canonical hours],
which were founded for the common good.
A. Binnentopografie (102-103)
- Teilräume (103-107)
- Eingangskappelen / Kapelle (103)
- Privatkapellen / Privatkapelle (103)
- Nebenaltäre / Nebenaltar - Altar (104-105)
- Ratsgestühl (105-106)
- Der Hochchor (106-107)
B. Resümee (107-108)
C. Anmerkungen (108-109)
D. Literatur (109-110)
E. Zusammenfassung / Abstract (111)
Kunkel
, Burkhard <K231>:
Spätmittelalterliche Altaraufsätze Stralsunder Hauptkirchen:
Werkgeschichte und Werkprozess - ein Problemaufriss (113-126).
Late medieval altarpieces in Stralsund’s main churches:
History and production of the works - outlines of a problem.
Zusammenfassung
Mittelalterliche Bildwerke, die in verschiedenen Quellen überliefert sind,
finden sich in den einst reich ausgestatteten drei Pfarrkirchen Stralsunds nicht
mehr in vollem Umfang. Kaum ein Altarretabel existiert noch in seiner
ursprünglichen Farbigkeit, Zusammensetzung und Funktionalität. Nach der
Vollendung eines Altaraufsatzes kam es immer wieder zu Umarbeitungen,
Neufassungen, Umsetzungen und Vernichtungen. Heute befinden sich die erhaltenen
Reste in den Kirchen und Museumssammlungen. Angesichts der dürftigen
Quellenlage ist die Frage nach der früheren Bestimmung und dem früheren
Standort nicht einfach zu beantworten. Bislang konnte kein mittelalterliches
Flügelretabel der Stralsunder Kirchen mit einer schriftlichen Quelle bestätigt
werden. Nach einem kurzen Überblick der schriftlichen und gegenständlichen
Überlieferung für die mittelalterliche Stadt Stralsund wird deutlich, dass die
Werkgeschichte für die weitere Erforschung der Bildwerke vielversprechende
Ansätze bietet.
Abstract
Only a limited number of medieval objects survived in the three main churches
of Stralsund. No altar decoration is available in the original shape, painting
or function. The author gives a short overview of the information on these
objects from the written sources. On the background of the poor preservation
detailed analysis of working traces on the art pieces during restoration can
provide valuable information on the original context of the objects.
Winands
, Klaus <W157>:
Nachreformatorische Ausstattungen in Stralsunder Pfarrkirchen (127-140).
The post-reformation furnishings of parish churches in Stralsund.
Zusammenfassung
In der Nikolaikirche, der Marienkirche und der Jakobikirche in Stralsund
befinden sich seit der Reformation 1535 künstlerisch bedeutende
Ausstattungsstücke. Im Mittelpunkt zur Verkündigung des Gotteswortes stehen
die Kanzeln, von denen in der Nikolaikirche ein bedeutendes Werk von 1611
erhalten ist. Bei dieser und der Kanzel in der Jakobikirche von Hans Lucht sind
figürliche Darstellungen zu finden, die wie auch der barocke Schlüteraltar in
der Nikolaikirche und der eher zurückhaltend ausgestattete Altar in der
Jakobikirche ein komplexes Programm ikonografischer Inhalte und Bezüge
thematisieren. Die figürlichen Darstellungen sind nun einer protestantischen
Ikonografie verpflichtet. Aus Anbetungsbildern werden Anschauungsbilder. Die
Marienkirche wurde im 19. Jh. umgestaltet. Altar und Kanzel sind dekorativ der
Neugotik verpflichtet. Ältere Ausstattungen bilden hier die barocke Taufe und
die Kapellenschauwände zu den Erbbegräbnissen. Zusammen mit den Epitaphien
sind sie bedeutende künstlerische Elemente im Kirchenraum.
Abstract
Since the reformation in 1535 some important pieces of art have been
preserved in St. Nicolai church, St. Marien church and St. Jakobi church of
Stralsund. The pulpit represents the centre for the service and in St. Nicolai
church an important pulpit of 1611 has been preserved. Here as well as in St.
Jakobi church figurative representations by Hans Lucht can be seen that together
with the Schlüteraltar in St. Nicolai church from the baroque period and the
altar in St. Jakobi church show a complex iconographic context. They follow a
protestant program that shows a more illustrating character now. St. Marien
church has seen major changes in the 19th century and the altar as well as the
pulpit have neogothic decorations. Earlier elements are represented by the
baroque font and the chapel walls of the more important graves. Together with
the epitaphs they provide important elements of art in the church.
A. Einleitung (127-128)
B. Kanzeln / Kanzel (128-133)
C. Altar (133-135)
D. Taufe (135-137)
E. Epitaphien / Epitaph (137)
F. Kapellenschauwände (137-139)
G. Literatur (139-140)
H. Zusammenfassung / Abstract (140)
Markfort
, Ursula <M307>:
Eine Führung durch die Jakobikirche in Stralsund -
Baugeschichte, Baugestalt und Baubefunde der Turmsanierung (141-157).
A guided tour through St. Jakobi / St James in Stralsund -
Building history, building form and construction evidence from the
refurbishment of the tower.
Zusammenfassung
Von den drei gotischen Kirchen Stralsunds stand die Jakobikirche immer im
Schatten der beiden anderen Hauptkirchen, der Nikolaikirche und der
Marienkirche. Eine wissenschaftliche Beschäftigung mit der Baugeschichte und
Baugestalt fand bisher nicht statt. Der Beitrag versteht sich als erste
Zusammenstellung der Daten und Baubefunde. Es sind die Angaben aus der Literatur
und die Erkenntnisse aus der während der letzen zehn Jahre stattfindenden
Sanierung zusammengetragen. Die bisherigen Arbeiten am Gebäude und der
Ausstattung dienten der Substanzsicherung. Es wurden sämtliche Befunde
restauratorisch bzw. bauhistorisch dokumentiert und denkmalgerecht instand
gesetzt.
Abstract
In the past the Jakobikirche in Stralsund has been less noticed than the two
main gothic churches, Nikolai- and Marienkirche, of the medieval city. Until now
no scientific analysis of the construction history of Jakobikirche has taken
place. The article aims to summarise the evidence from the literature and from
the reconstruction work of the last ten years. The reconstruction and
restauration work was accompanied by a systematic heritage management and
documentation. Results of that work are presented here.
A. Baugeschichte (141-149)
- Bauphase I: Bau Jakobikirche im 14. Jh. (141-143)
- Bauphase II: Turmumbau und Kapellenanbauten / Kapelle (143-144)
- Bauphase III: Reparaturen des 16. bis 19. Jhs. (144)
- Bauphase IV: Umfassende Instandsetzung Mitte des 19. Jhs. und Reparaturen
bis zum 2. Weltkrieg (144-145)
- Bauphase V: Wiederaufbau und Nutzung bis zur Wende 1989 (145-146)
- Bauphase VI: Instandsetzung und Umnutzung zur Kulturkirche -
Maßnahmen seit 1989 (147-149)
B. Baubeschreibung (149-154)
- Außenbau (149-152)
- Innenbau (152-154)
C. Anmerkungen (154-156)
D. Literatur (156)
E. Zusammenfassung / Abstract (157)
Zdrenka
, Joachim <Z050>:
Die Verbindungen Stralsunds mit Rügen auf Grund des epigraphischen Materials
bis Ende des 18. Jahrhunderts (159-167).
The connections between Stralsund and Rügen on the basis of epigraphic
material up to the end of the 18th century.
Zusammenfassung
Der Artikel gibt anhand von epigraphischen Zeugnissen auf Kanzeln, Altären,
Orgeln, Taufengeln, Glocken, Kelchen, Grabplatten u.a. einen Überblick zu den
Verbindungen zwischen der Insel Rügen und der Stadt Stralsund aus der Zeit bis
zum Ende des 18. Jhs. Dabei zeigt sich, dass enge Beziehungen bestanden, die
stets von Stralsund ausgingen.
Abstract
This article gives an overview of the relationship between the island of
Rugia and the town of Stralsund in the time period until the end of the 18th
century. The analysis is based on the epigraphic information connected with
pulpits, altars, bells, chalices, epithaphs etc. A strong connection between
Rugia and Stralsund can be demonstrated.
- Durch Stralsunder Handwerker erbaute Kanzeln in rügischen
Kirchen
- Vilmnitz: Hans Broder, 1708-1709
- Schaprode: Hans Broder, Franz Rose, 1723
- Landow: Elias Kessler, 1724
- Rambin: vmtl. Martin Becker, 1738
- Gingst: vmtl. Martin Becker, 1743
- Poseritz: Jakob Freese, 1755
- Bergen: Jakob Freese, 1775
- Zudar: vmtl. Michael Müller, 1765
- Durch Stralsunder Handwerker erbaute oder aus Stralsunder
Kirchen verlegte Altäre auf Rügen
- Waase, 1525-1530
- Middelhagen, 3. Viertel des 15. Jhs.
- Altefähr, ca. 1500
- Zudar: Hans Broder und Johann Pieron, 1707 / 1726
- Schaprode: vmtl. Thomas Phalert, 1716-1730
- Altenkirchen: Werkstatt Elias Kessler, 1724
- Garz: Werkstatt Elias Kessler, 1724
- Landow: Werkstatt Elias Kessler, Johann Oeßler, 1724
- Sagard: Werkstatt Elias Kessler, B. Warnecke, 1726-1727
- Rambin: vmtl. Werkstatt des Martin Becker, 1738
- Altefähr: Michael Müller, 1746
- Wiek: Michael Müller, 1747 / 1748
- Trent: Michael Müller, 1752
- Kasnevitz: Johann Artmer, Martin Becker, Joachim Martin Hardder und
Karl Lehnhardt, 1746
- Samtens: Werkstatt Jakob Freese, 1770
- Durch Stralsunder Orgelbauer erbaute Orgeln
- Sagard: Christian Kindt d.Ä., 1725
- Gingst: Werkstatt Christian Kindt d.J., Nathaniel Freese, 1790
- Taufengel aus Holz von Stralsunder Herkunft
- Schaprode: Hans Broder, um 1725
- Trent: vmtl. Michael Müller, 1753
- Glocken aus Stralsunder Glockengießereien
- Schaprode, unbekannte Werkstatt
- Bergen: Hans Kolpe 1554, Simon Zach 1849
- Rambin: Hans Kolpe, 1554
- Kasnevitz: Hans Kolpe, 1554
- Poseritz: Hans Turmann, 1591
- Bergen: Hans Turmann, 1594
- Altefähr: Hans Turmann, 1595
- Waase: Albrecht Huve, 1605
- Schaprode: Albrecht Huve, 1609
- Waase: Jakob Wegener [Greifswald], 1619
- Trent: Jan Hurigg, 1620
- Neuenkirchen: Joachim Eberling, 1644
- Gustow: Gießerei Adam Lehmmeyer, 1644-1659, 1654
- Landow: Gießerei Adam Lehmmeyer, 1652 und 1657
- Bobbin: Gießerei Adam Lehmmeyer, 1664
- Rappin: Paul Roth, 1698 und 1706
- Kloster auf Hiddensee: Paul Roth, 1702
- Vilmnitz: Michael Joachim Metzger, 1727
- Schaprode: Michael Joachim Metzger, 1728
- Gustow: L. B. Schwertmann, 1767
- Groß Zicker: Glockengießer Metzler [?], 1792 [?]
- Waase: Empore, vmtl. Franz Rose, 2. Hälfte 17. Jh.
- Beichtstühle von Erbauern aus Stralsund / Beichtstuhl
- Schaprode: Hans Broder, 1722
- Vilmnitz: Hans Broder, 1722
- Gingst: Werkstatt des Michael Müller, Martin Becker, Johann Oesler,
1730
- Bobbin: Werkstatt des Michael Müller, Martin Becker, Johann Oesler,
1745
- Trent: Werkstatt des Michael Müller, Martin Becker, Johann Oesler,
1754
- Santens: Figuren der Hl. Maria und des Hl. Johannes, Werkstatt
Johann Bartey, 1710
- Deckenmalereien von Stralsunder Künstlern / Malerei
- Landow: Johann Oeßler, 1733
- Neuenkirchen, um 1800 [Kopie eines Bildes von Johann Heinrich
Tischbein, 1787]
- Klingelbeutel aus Stralsunder Produktion
- Swantow: Jakob Darchow, 1743
- Wiek: I. Voigt, 1760
- Waase: Kronleuchter, 15. Jh.
- Weinkannen aus Stralsunder Produktion / Kanne
- Sagard: Werkstatt I. Voigt, 1745
- Bergen: Christoph Kilian 1624
- Gingst: Hans Smelle, 1645
- Trent: Jakob Mathias, um 1690
- Swantow: Christian Lobes, 1716
- Sagard: Christian Lobes, 1739
- Wiek: Werkstatt Jürgen Christoph Meyer, 1752
- Altefähr: Peter Abraham Dabis, um 1770
- Kelche von Stralsunder Goldschmieden
- Kloster auf Hiddensee: Werkstatt Joachim Valentin Rahmelow,
Umarbeitung des Kelches aus dem 1. Viertel des 15. Jhs.
- Sagard: Werkstatt Anton Hein, Kelch 1. Hälfte des 15. Jhs.,
umgearbeitet Mitte des 17. Jhs.
- Altenkirchen: Werkstatt Anton Hein, Kelch 2. Hälfte des 15. Jhs.,
umgearbeitet 1679-1686
- Altenkirchen: Werkstatt Anton Hein, 1685
- Garz: Werkstatt Anton Hein, 1647
- Bobbin: Werkstatt Anton Hein, Mitte des 17. Jhs.
- Trent: Werkstatt Anton Hein, um 1650
- Zudar: Werkstatt Anton Hein, 1667
- Poseritz: Stralsunder Werkstatt [Initialen A.F.], 1485
- Bergen: Werkstatt Anton Sturholt, 1582
- Vilmnitz: Werkstatt Clavis Dolgen, 1597
- Wiek: Werkstatt Hans Staude, 1624
- Altefähr: Werkstatt Hans Staude, 1633
- Lancken-Granitz: Werkstatt Steffen Nordtmann, vor 1639
- Samtens: Johann Witte, Kelch 1. Hälfte des 16. Jhs., umgearbeitet
1646
- Poseritz: Johann Witte, um 1650
- Zudar: Werkstatt Michael Schmidt
- Groß-Zicker: Werkstatt Michael Schmidt, 1683
- Kloster: Stralsunder Werkstatt, 1677
- Bobbin: Friedrich Siegmund Cemmerer, 1744
- Wiek: Drei Kelche, Friedrich Siegmund Cemmerer, 1744
- Patzig: Christian Lobes, 1720
- Rambin: Christian Lobes, 1720
- Sagard: Christian Lobes, 1720
- Neuenkirchen: Jürgen Christoph Meyer
- Wiek: Werkstatt Nikolaus Warnke, 1712
- Altefähr: Werkstatt Peter Abraham Dabis
- Rambin: Werkstatt I. Voigt, 1754
- Zu den Kelchen gehörige Patenen / Patene - Abendmahlsteller
- Lancken-Granitz: Werkstatt Stefan Nordtmann, um 1630
- Altenkirchen, 1679-1686, umgestempelt um 1770 durch P.A. Dabis
- Patzig: Werkstatt Christian Lobes, frühes 18. Jh.
- Landow: Werkstatt Christian Lobes, 1729
- Swantow: Werkstatt Erich Starin Bengtsson, 1709
- Bergen: Werkstatt Johann Nikolaus Mende, 1744
- Oblatendosen aus Stralsunder Produktion
- Garz: Werkstatt Christian Lobes, 1645, umgearbeitet 1735
- Sagard: Werkstatt Christian Lobes, 1723
- Landow: Werkstatt Christian Lobes, 1729
- Middelhagen: Werkstatt Christian Lobes, 1. Hälfte des 18. Jhs.
- Altefähr: Werkstatt Anton Hein, 3. Viertel des 17. Jhs.
- Groß Zicker: Werkstatt Friedrich Siegmund Cemmerer, 1732
- Rambin: Werkstatt Friedrich Siegmund Cemmerer, um 1740
- Patzig: Werkstatt Friedrich Siegmund Cemmerer, 2. Viertel des 18.
Jhs.
- Kloster: Werkstatt Jakob Darchow, 1. Hälfte des 18. Jhs.
- Grabplatten Stralsunder Bürger auf Rügen
- Kirche Poseritz
 |
Grabplatte des Heinrich Badiser und seiner Söhne, gest. 1329
bzw.1336 |
 |
Grabplatte der Brüder Ludolf und Gerhard Direkop, Söhne des
Tiedemann Direkop, 1350 |
- Kirche Gustow: Grabplatte für Gertrud [Geseke] Sachteleven, 1350
- Kirche Samtens: Kaufmann Heinrich Werner, gest. 1412, wieder
verwendet 1534 für Gödeke von der Osten
- Kirche Bobbin: Bürgermeister Johannes von Külpen, gest. 1415
- Kirche Altefähr: Henning von Bohlen, gest. 1566
- Kirche Waase: Platte mit Grabtitel für das Begräbnis der
örtlichen Pastoren, 1582
- Kirche Vilmnitz: Grab des Pastors Jakob Sverovius, gest. 1633 und
seiner Ehefrau Margarete von Reten, gest. 1635
- Epitaphe mit Verbindung zu Stralsund / Epitaph
- Werkstatt Hans Lucht: Epitaph für Eckard von Usedom, Neuenkirchen,
1646
- Werkstatt Elias Kessler
 |
Garz: Evert von Ahnen, 1723 |
 |
Wiek: Henning von Bohlen, 1725 / Olof Joachim von Platen, 1727 |
 |
Poseritz: Anton von Langen, vor 1730 |
Sonstiges
- Porträt des Pastors Dr. Andreas Ritter und seiner drei
Schwiegersöhne [u.a. Magister Brandan Gebhard aus Greifswald] in der
Kirche zu Bergen, nach 1738
- 17 Wappenscheiben der Pastoren und Stralsunder Ratsherren in der
Kirche zu Waase, 1697
Magin
, Christine <M308>:
Grabinschriften und Grabdenkmäler in städtischen Kirchen des Hanseraumes:
Überlegungen zu Formular- und Sprachwandel (169-182).
Epitaphs and funerary monuments in town churches in the Hanseatic area:
reflections on changes in formulae and language.
Zusammenfassung
Bei der Mehrzahl der vor dem Jahr 1650 in Mecklenburg-Vorpommern entstandenen
Inschriftenträger handelt es sich um Grabplatten des Spätmittelalters und der
frühen Neuzeit. Dieser umfangreiche Bestand umfasst zahlreiche bemerkenswerte,
bislang aber weitgehend unbekannte Stücke. Ein Überblick zum Formular und zu
Datierungsweisen in Grabinschriften städtischer Pfarrkirchen des Hanseraums
macht deutlich, dass Tagesangaben zunächst nach dem römischen Kalender,
später auch nach Heiligentagen und Kirchenfesten erfolgten. Einige besonders
wichtige Objekte und Inschriften werden erstmals korrekt datiert und in ihrer
historischen Bedeutung genauer bestimmt: So wurde die wohl älteste Grabplatte
Vorpommerns [Greifswald, spätes 13. Jh.] für Johannes von Kil, nicht für Abt
Johannes von Eldena angefertigt. Das Grabdenkmal für den Schweriner Bischof
Rudolf I. [† 1262] entstand nicht im späten 15. Jh., sondern wahrscheinlich
schon vor 1314 und stellt damit reichsweit vielleicht das älteste Beispiel für
die Verwendung der gotischen Minuskel dar. Die Grabplatte für Hinrik Glove [†
nach 1371] im Kloster Dobbertin [Mecklenburg] ist ein besonders frühes Zeugnis
für die Verwendung der niederdeutschen Sprache im Hanseraum.
Abstract
The majority of the objects created before 1650 with inscriptions now found
in the German federal state of Mecklenburg-Vorpommern are gravestones [in the
form of slabs] of the late medieval and early modern periods. This extensive
collection is comprised of numerous remarkable, but until now largely unknown,
pieces. An overview of the customary phrases and practices of dating used in
funeral inscriptions of municipal parish churches of the Hanseatic region makes
clear that dates were initially given according to the Roman calendar, but later
also according to saints’ days and church festivals. In this article, some
particularly important objects and inscriptions are dated correctly for the
first time and their historical meaning is established more exactly. The oldest
surviving slab in Vorpommern [Greifswald, late 13th century] was prepared for
Johannes von Kil, not for abbot Johannes von Eldena. The funerary monument for
the bishop of Schwerin, Rudolf I [d. 1262] was not created in the later 15th
century but probably already before 1314 - and may consequently be the oldest
surviving example of the epigraphical employment of the so-called Gothic
minuscule [or textura formata]. The funerary slab for Hinrik Glove [d. after
1371] in Dobbertin Monastery [Mecklenburg] documents the particularly early
usage of the Middle Low German vernacular in the Hanseatic region.
- St. Marienkirche Greifswald: Grabplatte einer Frau aus der Familie
Werlemann, gest. 1360
- Alte Kirche Wieck, jetzt Universität Greifswald: Grabplatte für
Johannes von Kil, spätes 13. Jh.
- St. Nikolaikirche Stralsund: Grabplatte des Gerwin Storkow, gest.
1338
- St. Nikolaikirche Stralsund: Grabplatte des Priesters Borchard
Plötze, gest. 1437, und seiner Mutter
- Ehem. Schweriner Dom: Grabplatte für Bischof Rudolf I., frühes
14. Jh.
- Benediktinerinnenkloster Dobbertin:
Grabplatte des Mühlenbaumeisters Hinrik Glove, gest. nach 1371
- St. Marienkirche in Greifswald: Grabplatte der Familie Stevelin,
1520
- Kapelle in der St. Nikolaikirche Greifswald: Grabplatte des
Kanonikers Johannes Stormer,
gest. 1375, und des Kanonikers und Vikars Ludolf Dersekow
- St. Nikolaikirche Stralsund: Totenschild des Bürgermeisters
Christoph Lorber, gest. 1555
Wilks, Guntram <W158>:
Die Bibliothek des Geistlichen Ministeriums im Dom St. Nikolai zu Greifswald
-
Geschichte und Bedeutung (183-192).
The library of the Geistliches Ministerium in the St. Nikolai cathedral in
Greifswald -
Its history and significance.
Zusammenfassung
Die Ursprünge der heutigen Bibliothek des Geistlichen Ministeriums -
bestehend aus insgesamt 2.399 Schriften - sind in den Klosterbibliotheken der
Greifswalder Klöster zu suchen. Hierzu gehören auch Handschriften - die
ältesten stammen aus dem 14. Jh. - sowie Inkunabeln. Nach der Reformation kamen
weitere Drucke hinzu, entweder durch Ankauf oder aus Nachlässen, wobei diese
Schriften oftmals die theologischen Konflikte der nachreformatorischen Zeit
widerspiegeln; anfänglich jene zwischen Lutheranern auf der einen, und
Katholiken und Calvinisten auf der anderen Seite. Ab dem frühen 18. Jh. zeigen
sie auch jene Gegensätze zwischen lutherischer Orthodoxie und dem Pietismus.
Hier wird das programmatische Anliegen der Bibliothek des Geistlichen
Ministeriums deutlich, nämlich - aus lutherischer Sicht - “Irrlehren”
abzuwenden. Diese theologischen Drucke geben einen tiefen Einblick in die
Kirchengeschichte und die Situation im damaligen Greifswald. Somit stellt die
Bibliothek des Geistlichen Ministeriums im Dom St. Nikolai für den theologisch
und historisch Interessierten eine kleine Besonderheit dar.
Abstract
The origins of today‘s Library of Spiritual Ministry are the monastic
libraries of Greifswald‘s former monasteries. There are now a total of 2,399
prints including manuals some dating as far back as the 14th century. These
include Incunabula. After the Reformation other prints were added either through
purchase or were bequeathed. Many of these prints reflect the theological
conflicts and differences in this post Reformation period; firstly, between
Lutherans on the one hand, Catholics and Calvinists on the other hand. Later
they show conflicts between Lutheran orthodoxy and pietism, in the early parts
of the 18th century. These theological prints show the aim of the library to
distance itself through Lutherans insight / doctrine to keep out “heresies”.
These theological prints give a deep insight into both church history and the
situation in Greifswald at that time. The Library of Spiritual Ministry in
Greifswald‘s cathedral offers people interested in theology or history a
source of special relevance.
A. Geschichte (183-184)
B. Der Buchbestand - Anzahl, Inhalt und Aussagekraft (184-190)
- Codex Justinianus, 1475
- Bulla aurea von Karl IV, 1477
- Petrus Arbiter, „Die christliche Buslehre mit der Papistischen
vergleichend“, um 1555
- „Manuale inquisitoris“, Handschrift von 1367
- Ablassbrief, gedruckt um 1489 bei Drach in Speyer
- Jacobus Andreae, „Spiegel der offenbaren Calvinischen Lügen wider
reine Lehrer der Augspurger Konfession“, 1588
- Albert Krantz, „Wandalia“, 1519
- „Des Raths der Stadt Greiffswald Allmosen- und Bettler-Ordnung“,
1738
C. Anmerkungen (191)
D. Literatur (191)
E. Zusammenfassung / Abstract (192)
Kersken
, Norbert <K232>:
Pfarrkirchen und öffentliches Notariat im Spätmittelalter (193-203).
Parish churches and public records in the late medieval period.
Zusammenfassung
Der Beitrag geht aus von den Angaben zum Ausstellungsort in Urkunden, die von
öffentlichen Notaren [notarii publici] in mecklenburgischen und pommerschen
Städten ausgestellt wurden. Ein erheblicher Teil dieser Urkunden wurde in
städtischen Pfarrkirchen ausgestellt. Wird in der überwiegenden Zahl der
Fälle nur allgemein die Pfarrkirche als Beurkundungsort genannt, so geben viele
Urkunden eine genauere Ortsbestimmung. Unterschieden werden kann ein Ort in der
Kirche: im Chor oder an einem Platz am Hochaltar, vor einem bestimmten Altar
oder in einer Kapelle, an den Kirchtüren oder in der Vorhalle; ein Ort auf dem
Friedhof der Kirche oder der Pfarrhof oder das Haus des Pfarrers. Die in den in
oder bei Pfarrkirchen ausgestellten Notarsurkunden betreffen überwiegend
Sachverhalte, die einen Kleriker betreffen. Die Ergebnisse bestätigen, dass die
Pfarrkirche im späten Mittelalter auch durch die Ausstellung von Urkunden ein
prominenter Ort der städtischen Öffentlichkeit war.
Abstract
The starting point of the article is the information on the place of issue to
be found in charters drawn up by public notaries in Mecklenburgian and
Pomeranian towns. A considerable bulk of these notarial charters was drawn up in
parish churches. Predominantly general information is given that the charter was
drawn up in a certain parish church but many charters are more precise on the
exact place. We have the specified information on a place in the church: a place
in the choir or near the high altar, next to a certain altar or in a chapel, at
the church door or in the church porch; furthermore a place on the cemetery of
the parish church or the parsonage. These notarial charters usually concern
issues regarding a cleric. The results confirm that also by issuing of charters
the parish church was a prominent place of the urban public in the later middle
ages.
Büttner
, Bengt <B290>:
Pfründen auf dem Lande - Messen in der Stadt.
Ein Beitrag zu den kirchlichen Beziehungen zwischen Rügen und Stralsund im
Mittelalter (205-215).
Benefices in the country - masses in the town.
A contribution on the ecclesiastical relationships between Rügen and
Stralsund in the Middle Ages.
Zusammenfassung
Auch wenn Stralsund und Rügen im Mittelalter zwei verschiedenen Diözesen
angehörten [Schwerin, Roskilde], bestanden enge kirchliche Verbindungen
zwischen Stadt und Insel. Eine besondere Form der Überschneidung entwickelte
sich auf dem Gebiet der Messpfründen [Vikarien, Almosenlehen], die von reichen
Stralsunder Bürgern an den Kirchen der Insel gestiftet, von ihren Messpriestern
jedoch an den Stralsunder Kirchen mit Gottesdienst versehen wurden. Die
Überschneidung dokumentieren zwei kirchliche Benefizienregister aus der Zeit um
1380, zum einen für die Insel Rügen, zum anderen für die Stadt Stralsund und
den umliegenden Archidiakonat Tribsees. Einige der Messpfründen kehren in
beiden Registern wieder, so dass sie einmal als rügische, das andere Mal als
Stralsunder Benefizien aufgeführt werden. Zusammen bezeugen beide Register die
enge kirchliche Verflechtung zwischen Stadt und Insel über die Diözesangrenze
hinweg.
Abstract
During the later Middle Ages, the Hanseatic town of Stralsund and the nearby
island of Rügen were tied together by many links. The diocesan border between
town [diocese of Schwerin] and island [diocese of Roskilde] was bridged by the
creation of chantry benefices. These were founded in the parish churches of
Rügen by wealthy citizens of Stralsund, who endowed them with revenues from the
island. The chantry priests, however, often performed their regular services in
the churches of Stralsund, where their patrons lived and where the founders of
their benefices were buried. The foundation and service of these chantries
across the diocesan border is documented in two beneficiary registers [c. 1380]
for the town of Stralsund and the island of Rügen respectively. Some of the
chantry benefices appear twice: In one register, they are listed among the
benefices of Stralsund, where the masses were actually sung; in the other, they
are attributed to the churches of Rügen, where they had been founded.
Ruchhöft
, Fred <R135>:
Pfarre und Kapelle der Stadt Plau am See, Mecklenburg (217-226).
The parish and chapel in the town of Plau am See, Mecklenburg.
Zusammenfassung
Die Zusammenführung von Baugeschichte, Stadt- und Pfründengeschichte sowie
Archäologie am Beispiel der Stadt Plau am See ermöglicht einen interessanten
Einblick in die frühe Geschichte einer mecklenburgischen Kleinstadt. Neben dem
Bau der Stadtpfarrkirche, einem markanten Ereignis der frühen Stadtgeschichte,
werden auch die Kapellen vor den Toren als wichtiges Element eines städtischen
Gemeinwesens hervorgehoben. Besonders die Befunde der zum städtischen
Wirtschaftsraum gehörenden Stadtfeldmark treten durch die Auswertung
zahlreicher archivalischer Quellen deutlich hervor und helfen bei der Deutung
archäologischer Fundstellen. Zugleich werfen sie ein besonders intensives Licht
auf die ersten Jahrzehnte einer Stadtpfarre.
Abstract
The combination of building history, town history, benefice history and
archaeology for the example of the town Plau gives an interesting insight into
the early history of a small town in Mecklenburg. Important elements of the
community were the parish church and the chapels outside of the town. The
analysis of many archive sources for the fields in the environment of the town
helps to understand the archaeological find places. The archive sources
illuminate even the first decades of a town parish.
A. Die Kirche (217-218)
B. Die Kapellen vor der Stadt (218-220)
- Stiftung Armen- und Siechenhaus St. Georg
- Stiftung Vikarei St. Gertrud
C. Die Friedhöfe zu Plau (220-221)
D. Der Zehntacker (221-222)
E. Die Stadtfeldmark Plau (222-224)
F. Anmerkungen (224-225)
G. Quellen und Literatur (225)
H. Zusammenfassung / Abstract
Löffler
, Anette <L132>:
Die Handschriften der Danziger Marienkirche und ihre Bedeutung für die
Liturgie des deutschen Ordens (227-237).
The manuscripts in Danzig’s St. Mary’s church and their importance for
the liturgy of the Teutonic Order.
Zusammenfassung
Die mittelalterlichen liturgischen Handschriften der Danziger Marienkirche
besitzen für die Ausformung des Ritus im Deutschen Orden einen sehr hohen
Stellenwert. Es handelt sich hier um die größte Anzahl an Liturgica des
Ordens, wenngleich diese Handschriften zu den jüngeren Codices gehören, die
mehrheitlich im 15. Jh. entstanden sind. Die Bibliothek der Danziger
Marienkirche war sehr gut ausgestattet, andere Konvente bzw. Pfarrkirchen des
Ordens konnten hier bei weitem nicht konkurrieren. Die beiden liturgischen
Handschriftengruppen des Mess- und des Chordienstes sind in etwa mit der
gleichen Anzahl an Handschriften vertreten. Aus dem Bereich des Messdienstes
wurden die Sequenzen in den Danziger Missalia herausgegriffen, eine liturgische
Textsorte, die sehr starke, individuelle Züge aufweist. Eine systematische
Auswertung zeigte sehr klar die liturgischen Eigenheiten des Deutschen Ordens in
Preußenland, verdeutlichte aber auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der
Sequenzen in den Balleien im Reich.
Abstract
The medieval liturgical manuscripts of the Marienkirche [St. Mary’s Church]
in Danzig are of great importance for the ritual formation in the Teutonic
Order. This collection holds the largest number of liturgical literature of the
Order, although these manuscripts belong to the younger codices, most of whom
have been written during the 15th century. The library of the Marienkirche [St.
Mary’s Church] in Danzig was extremely well equipped with books, whereas other
convents resp. parish churches of the Order were far from entering into serious
concurrence. Both of the liturgical manuscript groups belonging to the “Messdienst”
[mass] and “Chordienst [Stundengebet]” [canonical hours] services are
represented by an almost even number of handwritings. Sequences of the Danziger
Missalia were chosen from the mass service as being a liturgical sort of text
showing very strong individuality. A systematic estimation could significantly
demonstrate the liturgical character of the Teutonic Order in Prussian country.
At the same time, however, common and different aspects of the sequences became
obvious from one district [Ballei] to the other.
A. Einleitung (227-228)
B. Die liturgischen Handschriften des Deutschen Ordens in der
Marienbibliothek (228-229)
C. Kodikologische Details der liturgischen Handschriften (229-230)
D. Liturgica der Altäre in der Marienkirche (230-231)
E. Datierung der Danziger liturgischen Handschriften (231)
F. Die Zuordnung der liturgischen Handschriften (231-234)
G. Zusammenfassung (234)
H. Anmerkungen (235)
I. Quellen und Literatur (235-236)
J. Zusammenfassung / Abstract (236-237)
Kowalski
, Krzystof Maciej <K158>:
Die gotische und neuzeitliche Ausstattung der Pfarrkirche St. Jakobi in
Lauenburg in Pommern im Lichte archivalischer Quellen (239-252).
The Gothic and modern furnishings of the parish church of St. Jakobi / St.
James in Lauenburg, Pomerania, in the light of archival sources.
Zusammenfassung
Der Artikel erläutert die Ausstattung der St. Jakobi Kirche in Lauenburg in
Pommern nach den Inventaren, die bis in das frühe 20. Jh. angefertigt wurden,
insbesondere in den Jahren 1663, 1671 and 1683. Ebenso wurden Protokolle der
kirchlichen Inspekteure von 1702, 1711, 1766 und 1780 als Quellen herangezogen.
Aus dem 19 Jh. sind weiterhin Listen und Inventare von Pastor Adalbert Joseph
Hopf [1860-1896] und Paul Borschki [1897-1904] verfügbar. Aus dem 17. und 18.
Jh. werden 130-150 dokumentierte Objekte aus 40-50 Kategorien wie Monstranzen,
Leuchter, Kelche und Glocken [aus den kostbaren Metallen Bronze, Messing und
Zinn] erwähnt. Ebenso gab es Gegenstände aus Holz, Bücher und einzelne
Bilder. Die Quellen des 19. Jh. geben uns eine detaillierte Übersicht über
viele Aspekte wie z.B. die Menge an wertvollem Silber. Darüber hinaus
erläutert der Artikel auch die heute noch in der Jakobikirche erhaltene
Ausstattung wie einen sehr schönen gotischen Kelch, ein spätgotisches
Nürnberger Taufbecken und vier gotische Altarleuchter.
Abstract
The article presents furniture of the St. Jacob’s church in Lêbork
according to the inventories prepared until the beginning of the 20th century [from
the following years: 1663, 1671 and 1683, in possession of the Lêbork Parochial
Archives] and the protocols of the ecclesiastical inspections [from 1702, 1711,
1766 and 1780, in Diocesan Archives / Registry, Pelplin]. Furthermore, the 19th
century expenses lists and inventories from the pastorate of Adalbert Joseph
Hopf [1860-1896] and Paul Borschki [1897-1904] were explored. In the 17th and
18th century documents 130-150 objects were mentioned, separated into 40-50
categories, like monstrance, chalices, candlesticks, eternal lamps, bells [made
of precious metals, bronze, brass and tin], objects made of texture or wood,
books and occasionally paintings. The 19th century sources give us detailed
information about many different items [like the amount of silver in valuables].
Moreover, the article includes the description of those pieces of art that still
remain at the St. Jacob’s church [beautiful Gothic chalice, late Gothic
Nuremberg baptismal basin and four Gothic altar candlesticks].
Müller
, Joachim <M146>:
Die mittelalterlichen Pfarrkirchen der Stadt Brandenburg an der Havel
(253-273).
The medieval parish churches of the town of Brandenburg an der Havel.
Zusammenfassung
Nach einem Überblick zur Frühgeschichte der Brandenburg behandelt der
Artikel ausführlich die mittelalterlichen Pfarrkirchen des Ortes: St. Petri auf
der Dominsel, St. Gotthardt in der Altstadt, St. Katharina und Amalberga in der
Neustadt und St. Nikolai in Luckenberg. Die Ergebnisse historischer,
kunstgeschichtlicher und archäologischer Untersuchungen werden ebenso
berücksichtigt wie die Resultate von Bauforschungen.
Abstract
The Brandenburg has been existing since the early 10th century and was first
mentioned when King Heinrich I. captured the stronghold in winter 928/29. In 948
the earliest diocese east of the river Elbe was established in the Brandenburg.
After the pagan reconquest of the site in 983 a new approximation towards
Christianity took place from 1100 onwards. The last Slawic sovereign
Prybislaw-Heinrich was already a Christian. A Christian chapel in his castle
probably existed before 1136, when an arch-priest of Brandenburg was mentioned
for the first time. The successor of this chapel is the St. Petri church
representing the last visible structure from the Slavic [later German] castle.
It was rebuilt in the early 13th century as a rectangular hall with an extension
of 26 m length and 12 m width. It had a basement of dressed stones and a
representative brick-façade. The only entrance to the South probably still led
on to the yard of the castle. In 1237 the church was transferred to the
cathedral and became the parish church for the people of the cathedral-island in
1320.
The St. Gotthardt church was also founded during the time of the last Slavic
ruler, about 1140 in Parduin, a suburb on the western bank of the river Havel.
It was mentioned first when nine Premonstransian priests from Leitzkau were
installed at the existing parish church around the year 1147. They were
determined to become the monastery of the cathedral and in 1165 they moved to
the cathedral. It is controversial whether the western part of the church of
dressed stones was already erected by premonstratensians or later. The very
massive and ambitious building had several vaulted rooms on two floors. The
Romanic church can be reconstructed with a cruciform ground-plan with one or
three naves, built of dressed stones. The church was completely rebuilt as a
late gothic three-naved hall of 58 m length and 22 m width. It was begun some
time before 1456 and finished in 1475. The annexes on the southern and western
side belong to the first plan.
After Markgraf Albrecht the Bear in 1150/57 had overtaken the castle and
governance as heritage, he intensified the Christianization of the site. In the
newly founded Neustadt of Brandenburg, first mentioned in 1196, a parish church
probably existed from the beginning. It is noticed in 1216 and 1305 as St.
Katharina and Amalberga. As in St. Gotthardt, the Romanic phase had a massive
western building of dressed stones, of which very few remains have been
preserved. The church was erected in stone and had a cruciform ground-plan with
transept and only one nave. Between 1381 and 1474 a new late-gothic church of
great dimensions was built [64 m length and 29,5 m width]. It has three naves of
equal height, the lateral naves surround the choir. The buttresses are drawn to
the interior and vaulted as chapels.
The church St. Nikolai is located west of the Altstadt Brandenburg and
represents the last remains of the perished village Luckenberg, which was
abandoned in 1295. The very representative building shows that Luckenberg was
probably a failed city foundation. The three naved basilica without transept and
a flat ceiling was begun between 1166 and 1174 and is one of the oldest brick
buildings east of the river Elbe. In the first phase the eastern parts were
finished with a decoration of highest quality, conducted by foreign craftsmen.
They also disposed the base of the naves. The basilica was finished around 1230.
Until 1880 it served as a cemetery chapel.
The reformation did not cause dramatic edificial changes of the medieval
churches. After the closure of the two cloisters of the mendicant order, their
churches became parish churches: St. Johannis in the Altstadt, St. Pauli in the
Neustadt Brandenburg.
A. Einleitung (253)
B. St. Petri - Burgkapelle und Pfarrkirche der Domgemeinde (254-257)
C. St. Gotthardt - Stadtpfarrkirche der Altstadt, zeitweise
Prämonstratenser-Stiftskirche (257-263)
D. St. Katharinen und Amalberga - Stadtpfarrkirche der Neustadt (263-266)
E. St. Nikolai - Pfarrkirche der Siedlung Luckenberg, Spitalkirche (266-269)
F. Schluss (269-270)
G. Anmerkungen (270-271)
H. Quellen und Literatur (271-272)
I. Zusammenfassung / Abstract (272-273)
Real
, Ulrich <R136>:
Die Merseburger Neumarktkirche St. Thomae -
Überlegungen zur Funktion der Kirche und zum Patrozinium des Thomas von
Canterbury (275-290).
The Neumarktkirche St. Thomae in Merseburg -
Reflections on the church’s function and on the dedication to Thomas of
Canterbury.
Zusammenfassung
Die Baugeschichte der dreischiffigen romanischen Basilika St. Thomae im
Merseburger Stadtteil Neumarkt konnte dank bauarchäologischer Untersuchungen
und der Auswertung archivalischer Quellen in jüngerer Zeit [1986/87]
überzeugend geklärt werden. Die Datierung des Baus ergibt sich durch das Datum
der Heiligsprechung des Patrons Thomas von Canterbury [21.2.1173] und der
urkundlichen Ersterwähnung [25.11.1188]; endgültig fertig gestellt wurde er
wohl in der ersten Hälfte des 13. Jhs. Das besondere Interesse gilt daher dem
Thomaspatrozinium und der Frage, aus welchem Grund es so kurz nach der Ermordung
des Erzbischofs von Canterbury in Merseburg [möglicherweise die älteste, dem
Märtyrer Thomas geweihte Kirche im deutschsprachigen Raum] Verwendung fand.
Darüber hinaus geht es um die Funktion des ursprünglich doppeltürmigen Baues,
der im Inneren über eine Westempore verfügt. War er von Beginn an als
Pfarrkirche für den Neumarkt oder als Stifts- oder Klosterkirche geplant?
Leider ist die bekannte schriftliche Überlieferung zu dünn, um diese Fragen
endgültig beantworten zu können.
Abstract
The building history of the three-aisled Romanesque basilica of St. Thomas
[of Canterbury] on the Neumarkt, a quarter of Merseburg, has been clarified
recently [1986/87] by archaeological investigation and the interpretation of
literary sources. The space of its erection results from the date of Thomas‘
canonization [21.2.1173], and its first mention in a diploma [25.11.1188]; the
building was presumably completed in the first half of the 13th century.
Therefore the main interest focuses on the patronage of St. Thomas and the
question why shortly after his murder he was chosen to be the patron of the
church of the Neumarkt [possibly the first church with his patronage in the
German language area]. Furthermore the function of the building will be explored,
which had originally been erected with a double-tower facade in the west and has
a western gallery inside until today. Was it meant to be the parish-church for
the Neumarkt or a collegiate or monastery church? Unfortunately the preserved
historical documents are too sparse to answer these questions definitely.
A. Die mittelalterliche schriftliche Überlieferung (275-277)
- Urkunden des Hochstifts Merseburg bis 1357, gesammelt von Paul
Fridolin Kehr
- Urkunde von Friedrich I., 1188
- Urkunde von Heinrich VI., 1195
B. Die frühneuzeitliche schriftliche Überlieferung und die ältere
Forschung (277-279)
- Ernst Brotuff, Merseburgische Chronica, 2. Aufl. 1557
- Georg Moebius, Neue Merseburger Chronika bis 1668
C. Die Baugeschichte der Neumarktkirche (279-280)
D. Rekonstruktion (280-282)
E. Überlegungen zur Funktion der Neumarktkirche (282-283)
F. Das Thomaspatrozinium der Merseburger Neumarktkirche (284-285)
G. Schluss (285-286)
H. Anmerkungen (286-288)
I. Quellen (288)
J. Literatur (288-289)
K. Zusammenfassung / Abstract (290)
Ring
, Edgar / Vick, Dana <R102; V058>:
St. Lamberti - Erforschung einer untergegangenen Kirche in Lüneburg
(291-303).
St Lamberti - The exploration of a lost church in Lüneburg.
Zusammenfassung
Die in den Jahren von 1998 bis 2000 durchgeführten Ausgrabungen auf dem
Lüneburger Lambertiplatz lieferten Aufschlüsse zur Gründung und weiteren
Baugeschichte der 1860/61 abgebrochenen St. Lambertikirche. Zusätzlich konnten
durch archivalische Quellen die Ausstattung der Kirche, die Altäre und Kapellen
rekonstruiert werden. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass St. Lamberti um das
Jahr 1300 als einfache dreischiffige Hallenkirche mit eingezogenem Chor in der
Breite des Mittelschiffs und einem Westturm entstanden ist - ein der Lüneburger
St. Johanniskirche vergleichbarer Kernbau, der im Laufe des 14. und 15. Jhs.
verändert wurde. Die Errichtung der Lambertikirche fällt in einen Zeitraum, in
dem Lüneburgs wirtschaftlicher Aufschwung begann und der Einfluss der
Landesherren auf die Saline allmählich abnahm. Der Salzhandel bestimmte den
Reichtum der Stadt, der nicht nur durch zahlreiche Profanbauten, sondern auch
durch die Sakralbauten wiedergegeben wird. Ferner bieten die entdeckten 63
Gräber Einblick in spätmittelalterliches und neuzeitliches Totenbrauchtum.
Abstract
From 1998 until 2000 several excavations took place at the Lambertiplatz of
Lüneburg They brought new information concerning the foundation and additional
building extensions of the St Lamberti church, which was demolished in 1860/61.
In addition archival written sources led to the reconstruction of features,
altars and chapels of the church. The results tend to show that St Lamberti was
built as a simple three-naves hall church around the year 1300 with a retracted
choir in width of the nave and a tower on the west side. Similar to the St
Johannis church of Lüneburg this core building was modified in the 14th and
15th century. St Lamberti was erected during an era of increasing prosperity
which saw a decline of aristocratic power over the saline. The wealth of the
town, dependent on prosperous salt trade, showed in numerous examples of both
civil and ecclesiastical architecture. Finally, the 63 uncovered graves provide
new insights into burial customs in the late middle ages and pre-industrial
times.
Niemeyer
, Wolfgang <N077>:
St. Petri in Höxter (305-312).
St. Petri in Höxter.
Zusammenfassung
Die Kirche St. Peter in Höxter war eine der vier mittelalterlichen Kirchen
in der Weserstadt. Sie stand nahe der Stadtmauer an ihrem westlichen Tor. 1810
wurde die Kirche abgerissen, doch sind unter dem nachfolgenden klassizistischen
Schulbau Reste der Fundamente erhalten. In diesem Beitrag wird die Baugeschichte
der wohl im 11. Jh. zur Zeit Bischof Meinwerks von Paderborn errichteten Kirche,
die in vier Phasen aufgegliedert werden kann, besprochen und kulturhistorisch
eingeordnet.
Abstract
The St. Peter´s Church in Höxter was one of the four medieval churches of
the town at the river Weser, situated close to the city wall at its western gate.
The demolition of this building in 1810 was caused by its new purpose as a
school. Until today the foundation walls of the ancient church have been buried
under a classicist building structure.
Building I shows a generously proportioned, elongated hall with an apse
raised slightly on stilts and perhaps a large separate choir. This church
probably originated from the time of the reign of Bishop Meinwerk of Paderborn
in the early 11th century. Building II was a pillar basilica with a choir
without transsept, containing three apses. This church was raised in the first
half of the 12th century. With building III the nave was extended to the West
and a single tower was added. Building IV was equipped with two choir bays with
cross vaults and also vaulted rooms to the North. They later housed the sacristy
and the library. The extension to the South did not produce a side-shift with
three vaults. The aim to build a hall church remained unaccomplished. This
church building became the home of a canonical college which existed until the
Reformation in the thirties of the 16th century.
Schumann
, Dirk <S355>:
Eingetiefte Sakristeiräume -
Eine ungewöhnliche Bauform an Pfarrkirchen des Backsteingebietes (313-326).
Sunken vestry rooms -
An unusual construction element in parish churches of the Brick Gothic area.
Zusammenfassung
In diesem Beitrag werden Überlegungen zu eingetieften Sakristeiräumen an
Pfarrkirchen des Backsteingebietes vorgestellt, die eine Ergänzung zu einer
thematisch entsprechenden Arbeit des Verfassers von 2001 darstellen [Schumann
2001]. Ausgehend von einem kleinen Raum unter der Sakristei der Nikolaikirche in
Luckau [Niederlausitz] und unter Heranziehung weiterer Beispiele aus
Müncheberg, Königsberg [Neumark], Gransee, Prenzlau, Anklam, Frankfurt / Oder
u.a. werden die Bauweisen, Varianten, die Zeitstellung und die praktische und
sakrale Funktion dieser Räume untersucht, insbesondere auch in Bezug auf
eingetiefte Bauten im Heiliggrab-Kontext [Kloster Heiligengrabe].
Abstract
This article focuses on sunken, cellar-like sacristy-rooms in parish churches
of the medieval brick building territory, in addition to an older work of the
author [Schumann 2001]. Starting from such a small room under the sacristy of
the church St. Nicolai in Luckau [Lower Lusatia] and taking into account several
other examples from Müncheberg, Königsberg [Neumark], Gransee, Prenzlau,
Anklam and Frankfurt / Oder construction techniques, variants, chronology and
the practical and sacral function of these rooms are discussed, particularly in
relation to sunken rooms of the Holy grave-context [Heiligengrabe Monastery].
A. Der kleine gewölbte Raum unter der Sakristei der Nikolaikirche in Luckau
(313)
B. Die eingetieften Kapellenräume in Münchberg und Königsberg [Neumark]
(314-316)
C. Die halbunterirdischen Sakristeien der Pfarrkirchen in Gransee, Prenzlau
und Anklam (316-318)
D. Der Sonderfall an der Marienkirche in Frankfurt / Oder (319-320)
E. Überlegungen zur Funktion und Bedeutung der eingetieften Räume (320-323)
F. Anmerkungen (323-324)
G. Literatur (324-325)
H. Zusammenfassung / Abstract (326)
Lissok
, Michael <L088>:
Die Umfeldgestaltung mittelalterlicher Stadtpfarrkirchen in Pommern im 19.
und frühen 20. Jahrhundert - Ausgewählte Beispiele (327-338).
Designing the surroundings of medieval parish churches in Pomeranian towns in
the 19th and 20th century - Selected examples.
Zusammenfassung
Im 19. und frühen 20. Jh. wurde das Umfeld vieler mittelalterlicher
Stadtpfarrkirchen neu gestaltet. Voraussetzung und Anlass hierfür waren zumeist
die Auflassung und Beseitigung der alten Kirchhöfe. An deren Stelle traten
parkartige Bepflanzungen, gepflasterte Platzräume und neue Wegführungen. Diese
Um- und Neugestaltungsmaßnahmen wurden oftmals noch ergänzt und ausgeweitet
durch gezielte Abrisse von Gebäuden, die in unmittelbarer Nähe der Kirchen
standen bzw. auf dem Gelände der Kirchhöfe. All dem lagen sanitäre und
verkehrstechnische Absichten zugrunde, aber auch künstlerische und ästhetische
Bestrebungen. So wurden diese „Kirchenfreilegungen“ einerseits als kommunale
Sanierungsvorhaben begriffen und durchgesetzt und andererseits als Projekte der
„Stadtverschönerung“, die romantischen Idealvorstellungen folgten. Zum
Ausgang des 19. Jhs. wuchsen Skepsis und Ablehnung gegenüber den Ergebnissen
einer derartigen Freilegepraxis. Besonders die Vertreter neuartiger
Städtebaukonzepte und einer modernen Denkmalpflege trugen diese Kritik vor und
entwickelten hier alternative Leitbilder und Lösungen. Sie plädierten in
diesem Zusammenhang für einen sensiblen, d.h. schonenden Umgang mit den
historischen Bebauungs- und Raumstrukturen, wie sie im Verlauf von Jahrhunderten
rund um die Kirchen herum entstanden waren. Diese Thematik wird in dem Beitrag
u.a. erläutert anhand von konkreten Beispielen aus fünf Städten Pommerns.
Abstract
In the 19th and early 20th century the surroundings of many medieval parish
churches in towns were remodelled. Old graveyards were removed and new paths,
park-like planting and paved places emerged. This reshaping has often been
completed and expanded by a selective tearing down of buildings, which were
close to the churches. These actions were undertaken due to sanitary, aesthetic
and artistic reasons and on terms of traffic engineering. Thus, these „exposures
of churches“ were partly thought of and carried out as communal rehabilitation
and partly as part of a „beautification of the towns“ following romantic
ideals. At the end of the 19th century a certain scepticism and rejection of
this movement rose. Especially the representatives of a „new“ urban
development and of modern preservation of monuments and historic buildings
developed alternatives. They argued for a gentle and sensitive remodelling of
historic buildings and the historic structure which had developed around those
churches. This topic is expemplified on the basis of five Pomeranian towns.
Autorenverzeichnis / List of contributors (339-340).